Familienmarketing im Wandel: Ein Gespräch mit Junior Professorin Dr. Lydia Ottlewski über moderne Familienkonzepte und Marketingstrategien

Cover der Podcastfolge FAMILY BUSINESS mit Dr. Lydia Ottlewski, Juniorprofessorin für Consumption, Commerce and Culture im Department of Business and Management an der Süddänischen Universität in Odense

FAMILY BUSINESS · 11.01.2024 · Gast: Dr. Lydia Ottlewski, Juniorprofessorin für Consumption, Commerce and Culture im Department of Business and Management an der Süddänischen Universität in Odense

Dr. Lydia Ottlewski erläutert, wie sie Familien und Konsum aus kulturwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive untersucht. Im Gespräch mit Rolf Kosakowski und André Schulz beschreibt sie unterschiedliche Familienkonstellationen sowie die Rolle digitaler Plattformen bei der Familiengründung. Ihre Forschung zu Co-Parenting zeigt, wie Menschen Elternschaft ohne romantische Partnerschaft planen und Verantwortung miteinander vereinbaren. Für das Marketing diskutiert die Folge die Bedeutung differenzierter Familienbilder, vorbereitender Forschung und authentischer Kommunikation.

Kernaussagen

  • Die von Ottlewski befragten Menschen beschreiben Familie häufig über Solidarität, Zugehörigkeit und langfristige Bindung statt über Blutsverwandtschaft oder eine bestimmte Struktur.
  • Digitale Plattformen wie Familyship ermöglichen es Menschen, auf freundschaftlicher Basis Partnerinnen und Partner für eine gemeinsame Elternschaft zu finden.
  • In den untersuchten Plattformfamilien wird die Familiengründung häufig rational und mit konkreten Absprachen zu Erziehung und Verantwortlichkeiten vorbereitet, ohne dass dies spätere emotionale Bindungen ausschließt.
  • Technologie beeinflusst neben der Familiengründung auch die Kommunikation, Organisation und Versorgung im Familienalltag.
  • Ottlewski empfiehlt Unternehmen, Familien nicht als homogene Zielgruppe zu betrachten und die Passung ihrer Kommunikation durch qualitative oder quantitative Studien zu prüfen.
  • Am Beispiel des Relaunchs von Lego Friends erläutert sie, wie Forschung zu Freundschaft, Interessen und Lebensrealitäten von Kindern in Produktgestaltung und Kommunikation einfließen kann.

Häufige Fragen

Was versteht Lydia Ottlewski unter Plattformfamilien?

Damit beschreibt sie Familien, deren Gründung durch digitale Plattformen ermöglicht wird. Bei Familyship suchen Menschen beispielsweise keine romantische Partnerschaft, sondern eine langfristige gemeinsame Elternschaft auf freundschaftlicher Basis.

Welche Rolle spielen Absprachen bei der Gründung von Co-Parenting-Familien?

In den von Ottlewski untersuchten Familien werden Fragen zu Erziehungsmodellen, Schule und möglichen Herausforderungen häufig schon beim Kennenlernen besprochen. Teilweise halten die Beteiligten ihre Absprachen in Elternvereinbarungen fest. Ottlewski betont, dass diese rationale Vorbereitung emotionale Bindungen im späteren Familienleben nicht ausschließt.

Was sollten Sie bei der Ansprache unterschiedlicher Familien berücksichtigen?

Ottlewski empfiehlt, Familie nicht als homogene Zielgruppe zu behandeln und die geplante Ansprache vorab mit qualitativen oder quantitativen Studien zu prüfen. Zudem sollten Unternehmen authentisch bleiben und sich bewusst machen, dass ihre Kommunikation Familienbilder auch bei Kindern prägt.

Wie können Unternehmen mit der Forschung von Lydia Ottlewski zusammenarbeiten?

Ottlewski erklärt, dass ihre Universität Forschungsprojekte mit Praxispartnern anbietet. Darüber hinaus vermittelt sie Forschungserkenntnisse über Podcasts, Presse und andere Medien, um Impulse und gesellschaftliche Diskussionen anzuregen.

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