Vom Verlag zum Medienhaus - individuelle Familienansprache zwischen Klassik und Digital
FAMILY BUSINESS · 10.12.2020 · Gast: Jan Wickmann, Verleger, Geschäftsführer und Gesellschafter von Junior Medien
Jan Wickmann erläutert, wie sich Junior Medien vom klassischen Verlag zu einem Medienhaus mit individuellen Kommunikationsangeboten entwickelt. Im Gespräch mit Rolf Kosakowski und André Schulz beschreibt er die differenzierte Ansprache von Müttern und Familien sowie die geplante Neuausrichtung des Magazinportfolios anhand von Leserdaten und einer Persona. Weitere Themen sind das Zusammenspiel von Print, digitalen Angeboten und Content-Marketing sowie die Bedeutung authentischer Elterngeschichten. Ein geplanter kostenpflichtiger Familienclub und Erfahrungen mit digitalen Leseplattformen zeigen, welche zusätzlichen Erlöswege das Unternehmen verfolgt.
Kernaussagen
- Junior Medien entwickelt für Werbekunden individuelle Kommunikationskonzepte, die eigene Printmedien, digitale Angebote und weitere Kontaktpunkte wie Geburtsboxen verbinden.
- Die Auswertung der Leserdaten von „Leben und Erziehen“ dient als Grundlage, um Inhalte stärker auf ländlich und kleinstädtisch geprägte Familien mit mittlerem Einkommen und christlich geprägten Werten auszurichten.
- Wickmann beschreibt eine Straffung des Magazinportfolios nach Familienphasen, bei der inhaltliche Überschneidungen reduziert und einzelne Titel neu gestaltet werden sollen.
- Authentische Elterngeschichten und Produkttests durch das Mama-Reporter-Netzwerk sollen Erfahrungen von Müttern einbringen, die keine professionellen Influencerinnen sind.
- Printmedien erwirtschaften laut Wickmann zum Gesprächszeitpunkt den Großteil des Umsatzes, während digitale Angebote und Content-Marketing Rückgänge im klassischen Anzeigengeschäft zunehmend auffangen.
- Ein geplanter kostenpflichtiger Familienclub soll vertiefende Ratgeberinhalte und Beteiligungsmöglichkeiten bieten, während digitale Leseplattformen bereits Erlöse und Erkenntnisse über gelesene Inhalte liefern.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich das Angebot von Junior Medien vom klassischen Anzeigengeschäft?
Nach Wickmanns Darstellung entwickelt Junior Medien Kommunikationskonzepte anhand der Produkte, Zielgruppen und Budgets seiner Kunden. Das Medienhaus verbindet dabei eigene Print- und Digitalangebote mit der Entwicklung und Platzierung von Inhalten und weist die erbrachte Kommunikationsleistung anschließend nach.
Welche Rolle spielen Leserdaten bei der inhaltlichen Ausrichtung?
Bei „Leben und Erziehen“ nutzt Junior Medien Abonnentendaten und Markt-Media-Studien, um die Leserschaft genauer einzuordnen. Daraus sollen eine Persona und eine stärkere Orientierung an den Lebenswelten und Werten der angesprochenen Familien entstehen, statt Magazine nach den persönlichen Vorlieben der Redaktion zu gestalten.
Was ist für den kostenpflichtigen Familienclub vorgesehen?
Wickmann kündigt einen Club mit vertiefenden Ratgeberinhalten zu Themen wie Schwangerschaft, Schlafen und Stillen sowie der Möglichkeit zum Heftbezug an. Geplant sind außerdem Beteiligungsangebote wie die Teilnahme an Redaktionskonferenzen und Anreize für eigene Beiträge; bestehende Abonnenten sollen zu den anfänglichen Mitgliedern gehören.
Welche Erfahrungen schildert Wickmann mit digitalen Leseplattformen?
Wickmann berichtet von Erlösen über Readly und Sharemagazines und wertet die nutzungsabhängigen Ausschüttungen als Hinweis darauf, dass die Magazine dort gelesen werden. Die digitalen Nutzungsdaten zeigen zudem, welche Geschichten Interesse finden, und stoßen Diskussionen über die redaktionelle Auswahl an.