So organisiert das Startup des Jahres über 1.000 Babysitter als Mitarbeiter:innen-Benefit, pro Stadt
FAMILY BUSINESS · 07.10.2022 · Gast: Julia Kahle, Co-Founderin und CEO von heynannyly
Julia Kahle erläutert, wie heynannyly Kinderbetreuung über eine digitale Plattform als Arbeitgeber-Benefit vermittelt. Im Gespräch mit Rolf Kosakowski und André Schulz beschreibt sie das Geschäftsmodell, die Gewinnung und Prüfung von Betreuungspersonen sowie die geplante regionale Expansion. Dabei geht es auch um die Rolle von Personalabteilungen, persönliche Netzwerke und LinkedIn im Unternehmensvertrieb. Kahle ordnet das Angebot als Unterstützung bei Betreuungslücken ein und spricht über ihre Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Kernaussagen
- Unternehmen können laut Kahle den Plattformzugang finanzieren oder zusätzlich die Betreuungskosten ihrer Mitarbeitenden teilweise bis vollständig übernehmen.
- Die Vermittlung berücksichtigt Postleitzahl, verfügbare Betreuungszeiten und Filterkriterien wie Sprachkenntnisse oder ein vorhandenes Auto.
- Kahle beschreibt eine Kombination aus teilautomatisierten Prüfungen von Identität und Alter sowie einer persönlichen Sichtung des eingereichten Videomaterials.
- Für die Gewinnung von Betreuungspersonen nutzt heynannyly nach ihrer Darstellung vor allem Stellenportale und Social Ads, während die laufende Kommunikation über WhatsApp erfolgt.
- Neue Regionen sollen schrittweise erschlossen werden, wobei zunächst Betreuungspersonen aufgenommen werden und Unternehmensverträge die Standortwahl mitbestimmen.
- Im B2B-Vertrieb setzt das Gründerinnenteam auf seine HR-Erfahrung, persönliche Kontakte und LinkedIn als Kanal für Unternehmen, Kooperationspartner und Investoren.
Häufige Fragen
Wie können Unternehmen heynannyly als Benefit anbieten?
Laut Julia Kahle schließen Unternehmen Nutzungsverträge für den Zugang zur Plattform ab und können das Angebot in ihr Intranet einbinden. Sie können entweder den Zugang finanzieren, während Mitarbeitende den Stundenlohn selbst zahlen, oder zusätzlich einen Teil beziehungsweise die gesamten Betreuungskosten übernehmen.
Welche Betreuung können Eltern über die Plattform finden?
Kahle beschreibt das Angebot als Betreuung für Kinder von null bis 14 Jahren, die auch Abholungen vom Kindergarten oder Sportverein und Hausaufgabenbetreuung umfasst. Eltern können anhand von Postleitzahl, Kalenderverfügbarkeit und weiteren Kriterien passende Betreuungspersonen auswählen.
Wie werden Betreuungspersonen geprüft und unterstützt?
Nach Kahles Darstellung werden unter anderem Identität, Volljährigkeit und Angaben über die Plattform geprüft; eingereichtes Videomaterial wird zusätzlich persönlich gesichtet. Sie nennt außerdem eine Haftpflichtversicherung und Unterstützung bei schwierigen Situationen als Bestandteile des Angebots.
Wie plant heynannyly die Ausweitung auf weitere Städte?
Zum Zeitpunkt des Gesprächs beschreibt Kahle einen regional gestaffelten Ausbau nach der Erprobung in München. Vor dem Start in einer neuen Region sollen ausreichend Betreuungspersonen aufgenommen werden, um Auswahl und Qualität zu sichern; auch passende Unternehmensverträge beeinflussen die Standortwahl.