Einer der größten Spielwarenhersteller Europas im Wandel
FAMILY BUSINESS · 08.06.2021 · Gast: Felix Stork, Corporate Marketing Director der SIMBA DICKIE GROUP
Felix Stork erläutert, wie die SIMBA DICKIE GROUP ihr Marketing zwischen eigenständig arbeitenden Marken und gruppenweiten Fachabteilungen organisiert. Im Gespräch mit Rolf Kosakowski und André Schulz beschreibt er den Ausbau digitaler Kommunikation und die stärkere direkte Ansprache von Endverbrauchern. Anhand von Chi Chi LOVE erklärt er, wie eigene Inhalte eine bestehende Spielzeuglinie ergänzen können. Weitere Themen sind Nachhaltigkeit, die Folgen der Pandemie für den Handel und das Zusammenspiel von Produkt, Vertrieb und Marketing.
Kernaussagen
- Die Marketingteams der Einzelfirmen arbeiten weitgehend eigenständig, während das Corporate Marketing den Austausch fördert und gemeinsame Rahmenbedingungen schafft.
- Spezialisierte Abteilungen bündeln unter anderem die Expertise für Online-Marketing, Lizenzen, PR und Handelsmarketing.
- Stork versteht Digitalisierung im Marketing als Erweiterung der Kommunikationskanäle und befürwortet Apps nur dann, wenn sie den Spielwert ergänzen statt ersetzen.
- Mit stärkerem Endverbraucher-Marketing will die Gruppe ihre Marken sichtbarer machen und Nachfrage erzeugen, die auch den Handelspartnern zugutekommt.
- Das schwedische Studio Kid E Media entwickelte für die bestehende Produktlinie Chi Chi LOVE eigene Inhalte, abgestimmt mit Produktmanagement und Marketing von Simba Toys.
- Bei der Erfolgsbewertung betrachtet Stork neben Kampagnenkennzahlen und Verbraucherfeedback auch Produktakzeptanz, Distribution und den Beitrag zum Umsatz.
Häufige Fragen
Wie ist das Marketing der SIMBA DICKIE GROUP organisiert?
Die Einzelfirmen verfügen über eigene Marketingteams, die ihre Marken und Produktlinien betreuen. Das Corporate Marketing fördert den Austausch und bündelt bestimmte Aufgaben in spezialisierten Abteilungen, etwa für Online-Marketing. Gemeinsame Meetings, Reportings und Workshops unterstützen die Zusammenarbeit.
Welche Rolle spielen Apps für die Spielwaren der Gruppe?
Nach Storks Darstellung soll eine App einen zusätzlichen Nutzen bieten und nicht den Spielwert des Spielzeugs ersetzen. Das Spielzeug soll auch ohne App bespielbar bleiben. Deshalb setzt die Gruppe laut Gespräch vergleichsweise wenige Apps ein.
Wie verbindet die Gruppe Spielzeug mit eigenen Unterhaltungsinhalten?
Für die bereits etablierte Produktlinie Chi Chi LOVE entwickelte das übernommene schwedische Studio, heute Kid E Media, eine Animationsserie in Abstimmung mit Produktmanagement und Marketing. Die Inhalte werden über eigene YouTube-Kanäle verbreitet und durch ein Musikalbum auf Audioplattformen ergänzt. Stork beschreibt dieses Vorgehen als schrittweisen Aufbau des Entertainment-Bereichs.
Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit in der Produktentwicklung?
Stork nennt Langlebigkeit, Holzspielzeug und eine Smoby-Linie mit Biokunststoff als Ansätze. Er betont, dass Nachhaltigkeit kein bloßes Marketinginstrument sein solle und die Gruppe über umgesetzte Maßnahmen sprechen wolle. Zugleich räumt er ein, dass das Unternehmen bei weiteren Veränderungen noch am Anfang stehe.