Zielgruppe: Väter - wie man sie ansprechen kann und was gar nicht geht
FAMILY BUSINESS · 13.01.2021 · Gast: Kai Bösel, DADDYlicious.de
Kai Bösel, Gründer von Daddylicious, spricht über die Herausforderungen bei der Ansprache von Vätern als Zielgruppe. Er erläutert, warum Männer Inhalte eher als punktuelle Problemlösung nutzen und weshalb klassische Rollenmodelle trotz moderner Ansätze in der Praxis oft stabil bleiben. Zudem gibt er Einblicke in seine Projekte Adventman und Not Too Old sowie Tipps für eine authentische Kommunikation ohne erhobenen Zeigefinger.
Kernaussagen
- Väter nutzen digitale Inhalte oft nur punktuell als Problemlösung und zeigen deutlich weniger Interaktion oder Community-Verhalten als Mütter.
- In der Marketing-Kommunikation mit Vätern sollten Produkte als praktische Helfer für den Alltag und nicht über emotionale oder rein modische Aspekte beworben werden.
- Die klassische Rollenverteilung ist in der Gesellschaft noch tief verankert, was sich auch darin zeigt, dass Väter bei Themen wie Kinderpflege oder Mode oft weniger involviert sind.
- Erfolgreiches Content-Marketing für Väter setzt auf Langfristigkeit und Relevanz, da viele Artikel über Suchmaschinen auch Jahre nach der Veröffentlichung noch gefunden werden.
- Bei großen Anschaffungen wie Kinderwagen spielt für Väter die Funktionalität und Handhabung (z. B. Verstauen im Auto) eine wichtigere Rolle als das Design.
- Kai Bösel beobachtet eine Marktlücke für die Zielgruppe der Männer über 50, die er mit seinem neuen Projekt Not Too Old adressiert.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich das Mediennutzungsverhalten von Vätern im Vergleich zu Müttern?
Väter sind punktuelle Leser, die meist nur dann nach Inhalten suchen, wenn sie ein konkretes Problem lösen müssen. Im Gegensatz zu Müttern agieren sie weniger interaktiv in Communities und werden seltener zu täglichen Stammlesern einer Seite.
Welche Art der Ansprache funktioniert bei der Zielgruppe Väter am besten?
Laut Kai Bösel funktioniert bei Vätern kein erhobener Zeigefinger oder banaler Marketing-Sprech. Stattdessen sollten Marken sich als Problemlöser positionieren und Impulse geben, die sich an der Lebensrealität und den praktischen Bedürfnissen von Vätern orientieren.
Warum ist die traditionelle Rollenverteilung in Familien laut Kai Bösel immer noch so beständig?
Obwohl der Wunsch nach aktiver Erziehung wächst, dominieren oft noch klassische Rollenmodelle. Dies liegt laut Bösel häufig an Rahmenbedingungen wie dem Gender Pay Gap oder beruflichen Strukturen, aber auch an gesellschaftlichen Erwartungshaltungen im Kopf.
Welche Erkenntnisse liefert das Projekt Adventman über das Kaufverhalten von Männern?
Der Adventskalender-Shop Adventman zeigt eine deutliche Verschiebung: Während Frauen oft schon im September als „Early Birds“ bestellen, kaufen Männer eher panisch und kurzfristig ab Mitte November, wobei für sie dann eine schnelle Lösung wichtiger ist als das Budget.