Cyberkriminalität unter Jugendlichen „fast normalisiert"!

Malte Pingel · 2023-02-03

Eine EU-Umfrage unter 16- bis 19-Jährigen zeigt: Jeder Vierte hat schon einmal jemanden getrollt, jeder Achte war an Online-Belästigung beteiligt.

TL;DR

Eine EU-Umfrage unter 16- bis 19-Jährigen zeigt: Jeder Vierte hat schon getrollt, jeder Achte war an Online-Belästigung beteiligt.

Digitale Piraterie ist die häufigste strafbare Online-Aktivität - jeder Dritte war beteiligt.

Europol fordert bessere Aufklärung von Jugendlichen und Eltern.

Die Befunde im Überblick

Digitale „Piraterie“ ist die am weitesten verbreitete strafbare Online-Aktivität unter europäischen Jugendlichen. Jeder Dritte war daran beteiligt. Vier von 10 Befragten haben bereits Pornografie gesehen. Die Jugendlichen waren 4-7 Stunden am Tag online, hauptsächlich auf Smartphones.

Die fünf wichtigsten Plattformen: YouTube, Instagram, WhatsApp, TikTok und Snapchat. Damit spielt sich der Alltag der Zielgruppe in genau den Umfeldern ab, in denen auch Marken um Aufmerksamkeit werben.

Warum von „Normalisierung“ die Rede ist

Auffällig ist nicht die Zahl der Vorfälle allein, sondern die Bewertung durch die Jugendlichen selbst: Handlungen wie Trollen oder das Weiterleiten geschützter Inhalte gelten vielen nicht als Grenzüberschreitung, sondern als Teil der Netzkultur. Das Zentrum für Cyberkriminalität bei Europol fordert deshalb umfassendere Aufklärung junger Menschen und Eltern - nicht primär härtere Strafen.

Was das für Marken und Kommunikation bedeutet

Umfeldverantwortung steigt. Wer Jugendliche adressiert, sollte Kommentarbereiche und Community-Formate aktiv moderieren.

Aufklärung ist ein Markenthema. Medienkompetenz-Inhalte sind für Eltern hochrelevant und werden als glaubwürdiger Beitrag wahrgenommen - vorausgesetzt, sie sind nicht werblich überformt.

Eltern sind Mitzielgruppe. Viele Erwachsene kennen die Plattformlogik ihrer Kinder nur oberflächlich. Verständliche Erklärformate schaffen Nähe.

Interne Leitplanken schriftlich fixieren. Wer mit jugendlichen Creators arbeitet, braucht klare Regeln zu Inhalten, Ansprache und Datenschutz.

Wie Marken in sensiblen Umfeldern verantwortungsvoll auftreten, begleiten wir in unserer Unit Social Media .

FAQ

Sollten Marken jugendliche Zielgruppen deshalb meiden?

Nein. Der Rückzug löst kein Problem. Sinnvoller ist ein bewusster Umgang mit Umfeld, Moderation und Tonalität.

Wie erkennen Eltern problematisches Verhalten?

Vor allem über Gespräche statt Kontrolle. Studien zeigen, dass Begleitung wirksamer ist als Verbote.

Welche Rolle spielt Schule?

Eine zentrale. Medienbildung im Unterricht entlastet Eltern und erreicht auch Kinder aus Haushalten mit wenig digitaler Begleitung.

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