Gaming wird zum Live-Format: JvM Nerd steigt ins Publishing ein

Ingo Keßler · 2026-08-03

Jung von Matt Nerd steigt mit dem skalierbaren Multiplayer-Format „One Last Stand" ins Game-Publishing ein. Das Baukastenprinzip senkt die Einstiegshürde für Markenaktivierungen in Roblox - und verschiebt Gaming vom Nebenschauplatz zum verbindenden Element von Messen, Festivals und Familien-Events.

TL;DR

Jung von Matt Nerd steigt mit dem Format „One Last Stand" ins Game-Publishing ein - ein skalierbares Roblox-Multiplayer-Spiel für Marken-Events.

Kern der Idee ist ein Baukastensystem : Alle Umsetzungen basieren auf demselben Kernspiel und werden über Branding, Turnierformat und Gameplay-Elemente an die Marke angepasst.

Für Familienmarken im DACH-Raum heißt das: Gaming wird als Live-Format planbar - entscheidend ist die gemeinsame Spielsituation, nicht die reine Präsenz in einer Plattform.

Was passiert ist

Knapp einen Monat vor der gamescom in Köln meldet Jung von Matt Nerd den Einstieg ins Game-Publishing. Wie new-business.de am 03.08.2026 berichtet, startet die Agentur mit „One Last Stand" ein skalierbares Multiplayer-Format, das Messen, Festivals, Pop-up- und Community-Events in gemeinsame Spielerlebnisse verwandeln soll. Entwickelt wurde das Spiel gemeinsam mit dem 2022 gegründeten Gaming-Studio Hubert aus Ho-Chi-Minh-Stadt.

Das Prinzip: ein Kernspiel, viele Marken

Statt für jede Aktivierung ein neues Roblox-Spiel zu entwickeln, basieren alle Umsetzungen auf demselben Kernspiel. Angepasst wird über ein Baukastensystem: visuelles Branding, Turnierformat und einzelne Gameplay-Elemente lassen sich auf Markenidentität und Veranstaltungsziele abstimmen. Der Effekt ist vor allem ökonomischer Natur - individuelle Markenerlebnisse ohne den Entwicklungsaufwand einer Neuproduktion.

„Mit One Last Stand wird Gaming zu einem festen Bestandteil des Live-Events, statt nur parallel dazu stattzufinden. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir individuelle Turniererlebnisse, die Menschen vor Ort im selben Spiel zusammenbringen. Dabei geht es nicht nur darum, eine Marke in Roblox zu platzieren, sondern Gaming selbst zum verbindenden Element des Live-Erlebnisses zu machen."

Thanh Dao, Managing Director bei Jung von Matt Nerd. Quelle: new-business.de, 03.08.2026

Warum das für Familienmarketing relevant ist

Roblox-Aktivierungen scheiterten in der Vergangenheit selten an der Idee, sondern an Aufwand und Halbwertszeit: hohe Produktionskosten, kurze Laufzeit, unklarer Beitrag zur Markenwirkung. Ein wiederverwendbares Kernspiel dreht diese Rechnung um. Gleichzeitig verschiebt sich der Schwerpunkt vom digitalen Raum zurück in den physischen: Das Spiel ist nicht die Kampagne, sondern der Anlass, der Menschen an einem Ort zusammenbringt.

Genau dort liegt der Hebel für Familienmarken. Kinder und Jugendliche bringen Plattformkompetenz mit, Eltern die Entscheidungshoheit über Besuch, Zeit und Budget. Wo beide Gruppen im selben Spiel landen, entsteht ein Co-Playing-Moment - vergleichbar mit dem, was wir aus Co-Listening im Audio-Bereich kennen.

Was Marken daraus lernen können

1. Format vor Einzelkampagne denken

Ein wiederverwendbares Kernformat schlägt die einmalige Sonderproduktion - inhaltlich wie wirtschaftlich. Die relevante Frage lautet nicht „Welches Spiel bauen wir?", sondern „Welchen wiederkehrenden Anlass besetzen wir über mehrere Jahre?".

2. Live und digital nicht trennen

Der Wert entsteht in der Verbindung: Turnier vor Ort, Fortsetzung zu Hause, Community zwischen den Terminen. Wer Gaming als isolierten Kanal plant, verschenkt den Anschluss an Handel, Messe und Owned Media.

3. Altersfreigabe und Elternvertrauen mitplanen

Gaming-Aktivierungen für Familien brauchen klare Regeln: Alterseignung, Datensparsamkeit, moderierte Interaktion, nachvollziehbare Kommunikation an Eltern. Was im Kindermarketing…

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