Kinder Medien Monitor 2026: Kinderwelten werden hybrider

Ingo Keßler · 2026-09-21

Kinder bewegen sich selbstverständlich zwischen analogen und digitalen Angeboten. Das Bild illustriert diese hybride Medienrealität. KI-generiertes Editorial-Bild, keine reale Aufnahme: KB&B.

Der Kinder Medien Monitor 2026 zeigt eine hybride Medienrealität: Musik, YouTube, Bücher, Gaming und Sport liegen eng beieinander. Mit dem Alter verschieben sich Plattformen und Werbekontakte deutlich, während Eltern wichtige Mitentscheider:innen bleiben. Wir ordnen die Ergebnisse für Familienmarken ein.

Die kurze Antwort

Der Kinder Medien Monitor 2026 zeigt keine Ablösung analoger Angebote durch digitale. Kinder kombinieren Musik, Bewegtbild, Lesen, Gaming, Kreativität und Sport. Mit zunehmendem Alter wird dieses Repertoire breiter und plattformbezogener.

Für Familienmarken folgt daraus: „Kinder“ sind keine homogene Medienzielgruppe. Altersfenster, Nutzungssituation und die Rolle der Eltern müssen getrennt betrachtet werden. Erst dann lässt sich ein sinnvoller Mix aus Print, Audio, Bewegtbild, Gaming und Plattformen planen.

Die Studie ist eine belastbare Markt-Media- und Reichweitenstudie. Bei Vorjahresvergleichen ist dennoch Vorsicht nötig, weil die Erhebungsmethode verändert wurde. Die Herausgeber weisen darauf hin, dass manche Vergleiche deshalb nur als Tendenz gelesen werden sollten.

Was die Studie für Familienmarken verändert

Verkürzte Annahme Befund 2026 Folge für die Planung

Kinder leben vor allem digital Digitale und analoge Aktivitäten liegen eng beieinander Medien und Alltagssituationen zusammen planen
Eine Kinder-Zielgruppe reicht Plattformen und Werbekontakte verschieben sich stark mit dem Alter Altersfenster getrennt auswerten und ansprechen
KI ist ein Zukunftsthema 70 % der 10- bis 13-Jährigen können ChatGPT erklären KI-Kompetenz, Schutz und Transparenz heute berücksichtigen
Print und Bildschirm konkurrieren Lesen, YouTube, Streaming und Gaming bestehen nebeneinander Kontaktketten statt isolierter Kanäle entwickeln

Studiendesign und Grenzen

Der Kinder Medien Monitor 2026 repräsentiert nach Angaben der Herausgeber rund acht Millionen deutschsprachige Kinder von 4 bis 13 Jahren in deutschen Privathaushalten. Herausgeber sind Egmont Ehapa Media, RTL Deutschland und PANINI Verlag .

Die Stichprobe umfasst 2.006 Interviews : 403 Interviews mit Eltern von 4- bis 5-Jährigen sowie 1.603 Eltern-Kind-Tandems für die Altersgruppe 6 bis 13 Jahre. Die Feldzeit lief vom 26.03. bis 22.05.2026. Die Mixed-Method-Erhebung kombinierte CAWI, CAPI/CASI und CAPI Remote. Krämer Marktforschung führte die persönlichen und videogestützten Interviews durch; die Onlinepanels kamen von horizoom und bilendi.

Für die Einordnung wichtig: Die Studie hat ihre Methodik gegenüber Vorjahren verändert. Konkrete Unterschiede zu früheren Wellen dürfen deshalb nicht durchgehend als harte Entwicklung gelesen werden. Wo der Bericht Trends nennt, übernehmen wir sie nur mit diesem Vorbehalt.

Freizeit bleibt hybrid

Musik erreicht 81 % der 4- bis 13-Jährigen mindestens mehrmals pro Woche. YouTube und Malen oder Basteln liegen jeweils bei 62 % , Bücher bei 59 % , Gaming bei 58 % und Sport bei 57 % . Kinder wechseln also nicht zwischen einer analogen und einer digitalen Welt. Beides ist Teil desselben Alltags.

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Mit dem Alter verändert sich die Gewichtung. Bei den 10- bis 13-Jährigen erreicht YouTube 78 % , Netflix 63 % . Gleichzeitig bleibt Lesen relevant: 59 % beschäftigen sich regelmäßig mit Büchern, 43 % mit Zeitschriften, Comics oder Mangas. Laut offizieller Presseinformation werden 73,5 % der erreichten Kinderzeitschriften von mindestens einem Elternteil mitgelesen. Co-Reading ist damit nicht nur ein Bildungs-, sondern auch ein gemeinsamer Medienmoment.

KI ist Alltag - und Kinder formulieren Grenzen

Unter den 6- bis 13-Jährigen kennen 43 % ChatGPT so gut, dass sie es erklären könnten. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind es bereits 70 % , bei den 6- bis 9-Jährigen 18 %. Bekanntheit ist damit…

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