Was Teens auf TikTok, Instagram und Snapchat wirklich tun – die Pew-Studie 2026
Lennart Kosakowski · 2026-04-22
KI-generiertes Editorial-Bild, keine reale Aufnahme: KB&B.
Die neue Pew-Studie zeigt: TikTok, Instagram und Snapchat sind für Teens drei völlig unterschiedliche Welten – mit eigenen Nutzungslogiken, Risiken und Chancen für Marken.
TL;DR
Drei Plattformen, drei Logiken: Pew Research befragt 1.458 US-Teens (13–17) und zeigt: TikTok, Instagram und Snapchat sind keine austauschbaren Kanäle, sondern eigenständige Welten mit unterschiedlichen Nutzungsmustern.
TikTok = Entertainment & Produkt-Reviews: Rund 80 % der TikTok-Teens nennen Unterhaltung als Hauptgrund, etwa 60 % nutzen die Plattform für Produktbewertungen – deutlich mehr als auf Instagram oder Snapchat.
Snapchat = direkte Kommunikation: 57 % der Snapchat-Teens schreiben dort täglich Nachrichten, etwa zwei Drittel nennen „Freunde und Familie“ als Hauptgrund.
TikTok belastet am stärksten: Rund 30 % der TikTok-Teens sagen, sie verbringen zu viel Zeit dort. Rund 40 % sehen einen negativen Einfluss auf ihren Schlaf – fast doppelt so viel wie bei Instagram oder Snapchat.
Cyberbullying ist real: Etwa 30 % der Snapchat-Teens haben dort schon Beleidigungen, Gerüchte oder Drohungen erlebt – auf Instagram und TikTok ist es jeweils etwa jeder fünfte.
Die wichtigste Erkenntnis: Plattform ist nicht gleich Plattform
Wer im Familien- oder Jugendmarketing pauschal von „Social Media“ spricht, verfehlt die Realität der Zielgruppe. Die neue Pew-Studie „Teens’ Experiences on TikTok, Instagram and Snapchat“ (April 2026) liefert dazu eine seltene Tiefenmessung. Pew Research Center befragte zwischen dem 25. September und 9. Oktober 2025 insgesamt 1.458 US-Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren sowie deren Eltern – und vergleicht systematisch, warum und wie diese drei Plattformen genutzt werden.
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Die Antwort ist klar: TikTok, Instagram und Snapchat sind drei eigenständige Welten. Wer sie als austauschbare Kanäle betrachtet, optimiert am Verhalten der Zielgruppe vorbei.
TikTok: Entertainment-Engine mit Shopping-Ambition
Auf TikTok dominiert Unterhaltung wie auf keiner anderen Plattform. Rund 80 % der jugendlichen TikTok-Nutzer:innen nennen Entertainment als Hauptgrund ihrer Nutzung – deutlich mehr als bei Instagram oder Snapchat. Doch TikTok ist mehr als nur Spaß-Plattform.
Bemerkenswert: Rund 60 % der TikTok-Teens nutzen die App für Produktbewertungen . Damit ist TikTok für diese Generation eine der wichtigsten Recherche-Quellen vor Kaufentscheidungen – eine Tatsache, die im klassischen DACH-Marketing oft noch unterschätzt wird.
Auch für News spielt TikTok eine zunehmend größere Rolle: Rund 40 % der TikTok-Teens nennen es als Nachrichtenquelle. Pew-Daten zeigen parallel, dass 1 von 5 erwachsenen US-Amerikanern regelmäßig Nachrichten auf TikTok konsumiert – ein Wert, der sich seit 2020 vervielfacht hat.
Instagram: Kuratiertes Schaufenster zwischen Idolen und Identität
Instagram positioniert sich in der Wahrnehmung der Teens stärker als kuratierte Pop-Kultur-Plattform . Mehrheiten der Instagram-Teens nennen „Athleten oder Promis verfolgen“ als wichtigen Grund – auf Snapchat sind es nur 37 %.
Auch politische Themen werden eher auf Instagram und TikTok als auf Snapchat konsumiert – wenn auch insgesamt auf niedrigem Niveau. Die meisten Teens gehen nicht für Politik in Social Media. Aber wenn, dann eher dort, wo Inhalte algorithmisch und visuell aufbereitet werden.
Für den Selbstwert zeigt sich ein überraschend differenziertes Bild: Etwa 60 % aller Instagram-, TikTok- und Snapchat-Teens sagen, die Plattformen verändern nichts daran, wie sie über sich selbst denken. Wenn ein Effekt benannt wird, überwiegt das Positive: 15 % der TikTok-Teens sagen, die Inhalte lassen sie sich…
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