Hasbro lässt KI-Peppa-Pig Spielzeug mitdesignen - was Familienmarken daraus lernen können

Ingo Keßler · 2026-03-18

Hasbro-CEO Chris Cocks erklärt im Interview, wie KI-gestützte Charaktere wie Peppa Pig und Optimus Prime aktiv am Produktdesign mitwirken. Zugleich verschiebt der Konzern seinen Fokus konsequent auf erwachsene Spieler:innen. Eine Analyse der Learnings für Familienmarken im DACH-Raum.

TL;DR

Hasbro nutzt KI-Versionen seiner Markencharaktere (Peppa Pig, Optimus Prime) als aktive Co-Designer im Produktentwicklungsprozess

Das Unternehmen spart geschätzt über 1 Million Arbeitsstunden pro Jahr durch KI-Integration - und reinvestiert in Kreation statt Kostenreduktion

Die strategische Neuausrichtung auf multigenerationales Marketing („GEM Squared") ist eine direkte Antwort auf sinkende Geburtenraten und fragmentierte Mediennutzung

Für Familienmarken im DACH-Raum ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen in KI-gestützter Produktentwicklung, Zielgruppenerweiterung und IP-Management

KI als Co-Designer: Wenn Peppa Pig beim Spielzeug-Design mitredet

Es klingt wie eine Anekdote aus einer fernen Zukunft - ist aber bereits Alltag bei Hasbro , einem der weltgrößten Spielzeug- und Unterhaltungskonzerne: KI-Versionen der hauseigenen Markencharaktere arbeiten aktiv am Produktdesign mit. CEO Chris Cocks beschreibt im Decoder-Podcast von The Verge , wie das funktioniert:

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„Wir haben Peppa Pig, die Peppa-Pig-Produkte mit uns co-designt. Optimus Prime co-designt Optimus-Prime-Transformers-Produkte mit uns. […] Die Charaktere können sagen: ‚Das ist authentisch, das ist nicht authentisch.' Das war wirklich wunderbar für unseren Kreativprozess."

Konkret bedeutet das: Die Design-Teams haben die Persönlichkeit, die Sprache und die Markenwelt eines Charakters in KI-Modelle trainiert. Diese Modelle fungieren dann als kreative Sparringspartner - sie bewerten Entwürfe auf Markenauthentizität und generieren eigene Vorschläge. Was für Außenstehende spielerisch klingt, ist tatsächlich ein struktureller Wettbewerbsvorteil : Die Geschwindigkeit vom Konzept zum fertigen Prototyp hat sich von Monaten auf Wochen reduziert.

Quelle: The Verge / Decoder Podcast, 9. März 2026

Von der Idee zum Prototyp in Tagen statt Monaten

Das Beispiel KPop Demon Hunters illustriert die neue Geschwindigkeit. Als der Netflix-Hit an einem Wochenende viral ging, kontaktierte Cocks sein Team am Sonntagabend. Bereits zwei Wochen später präsentierte Hasbro Netflix vollständige Produktlinien mit hochauflösenden Renderings:

„Vor zwei Jahren wäre das unmöglich gewesen. Aber jetzt, mit KI-gestützten Design-Tools, können wir das, was früher zwei bis drei Monate gedauert hat, in zwei bis drei Wochen schaffen - manchmal in zwei bis drei Tagen."

Die Kombination aus KI-generiertem Design und 4K-fähigem 3D-Druck ermöglicht es, nicht nur digitale Entwürfe, sondern auch physische Modelle in Rekordzeit zu produzieren. Das verändert die gesamte Pitch-Dynamik in der Spielzeugbranche fundamental.

1 Million Arbeitsstunden gespart - und reinvestiert

Hasbro beziffert die KI-bedingten Einsparungen auf über eine Million Arbeitsstunden pro Jahr . Doch hier wird es strategisch interessant: Der Konzern nutzt die Einsparungen nicht primär zur Kostenreduktion, sondern zur Reinvestition in Kreativleistung und Produktqualität.

Cocks formuliert es so: „Ich sehe nicht, dass KI Kreativ-Jobs kostet - ich sehe nur, dass sie die Qualität unserer Kreativarbeit verbessert."

Die KI-Integration bei Hasbro erstreckt sich über drei Ebenen:

Konzeption: KI-Charaktere als Co-Designer, Generierung und Bewertung von Hunderten Produktideen

Validierung: KI-simulierte Fokusgruppen und Play-Test-Labs, die echte Nutzertests ergänzen

Produktivität: Automatisierung von Bestellprozessen, Meeting-Protokollen und operativen Workflows

GEM Squared:…

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