Homeoffice steigert Geburtenrate – ifo-Studie mit Daten aus 38 Ländern
Lennart Kosakowski · 2026-03-30
KI-generiertes Editorial-Bild, keine reale Aufnahme: KB&B.
Laut ifo Institut liegt die Geburtenrate bei Homeoffice-Paaren 14 % höher. Für Deutschland könnte das 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr bedeuten.
TL;DR
Paare, bei denen mindestens ein Partner einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeitet, haben eine 14 % höhere Geburtenrate als Paare ohne Homeoffice – so das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts und der Universität Stanford in 38 Ländern.
In den USA steigt die Fertilität bei beidseitigem Homeoffice sogar um 18 % – das entspricht 0,45 Kindern mehr pro Frau über den Lebensverlauf.
Für Deutschland schätzen die Forscher: Eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf US-Niveau könnte 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr bedeuten.
Homeoffice senkt die Opportunitätskosten von Elternschaft – und könnte damit ein Hebel für Familienmarken sein, neue Zielgruppen-Potenziale frühzeitig zu identifizieren.
Der Effekt ist besonders stark bei Paaren mit hoher Bildung und in Berufen mit hoher WFH-Quote – also genau in den kaufkraftstarken Zielgruppen, die Familienmarken adressieren.
Was die ifo-Studie zeigt: Homeoffice und Fertilität hängen zusammen
Die Diskussion um sinkende Geburtenraten ist in Deutschland ein Dauerthema – doch selten liefert eine Studie so klare Zusammenhänge wie das im März 2026 veröffentlichte Working Paper „Work from Home and Fertility“ des ifo Instituts und der Universität Stanford. Die Forscher um Mathias Dolls (ifo) und Nicholas Bloom (Stanford) analysieren Umfragedaten aus 38 Ländern und kommen zu einem bemerkenswerten Ergebnis:
In Haushalten, in denen mindestens ein Partner einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeitet, liegt die Geburtenrate im Durchschnitt um 14 Prozent höher als in Haushalten ohne Homeoffice. Über den gesamten Lebensverlauf bedeutet das: Eine von drei Frauen bekommt ein Kind mehr als Vergleichsgruppen ohne Homeoffice.
„Wenn beide Partner im Homeoffice arbeiten, ist der Effekt am größten. Das umfasst sowohl die Zahl der bereits Geborenen als auch die der geplanten Kinder.“
Quelle: ifo Institut, Pressemitteilung vom 18. März 2026
Die Datenbasis: 38 Länder, zwei Surveys, klare Muster
Grundlage der Studie ist der Global Survey of Working Arrangements (G-SWA) , eine Befragung von über 11.300 Erwachsenen im Alter von 20 bis 45 Jahren in 38 Ländern, durchgeführt zwischen November 2024 und Februar 2025. Ergänzt wird die Analyse durch den U.S. Survey of Working Arrangements and Attitudes (SWAA) mit knapp 90.000 Befragten.
Die Forscher messen drei Fertilitätsindikatoren:
Realisierte Fertilität (Geburten 2023–2025, inkl. Schwangerschaften)
Geplante zukünftige Kinder
Lebenszeitfertilität (Geborene + geplante Kinder)
In allen drei Dimensionen zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit Homeoffice – und zwar auch nach Kontrolle für Alter, Bildung, Familienstand und Beschäftigungsstatus.
USA: 18 % mehr Geburten bei beidseitigem Homeoffice
Besonders deutlich ist der Effekt in den USA: Wenn beide Partner mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, liegt die Lebenszeitfertilität um 18 Prozent höher als bei Paaren ohne Homeoffice – das entspricht 0,45 Kindern mehr pro Frau .
Die Studie schätzt, dass Homeoffice in den USA aktuell für 8,1 % aller Geburten verantwortlich ist – das sind rund 291.000 Geburten pro Jahr . Damit übertrifft der Fertilitätseffekt von Homeoffice den Effekt staatlicher Ausgaben für frühkindliche Bildung und Betreuung in den USA.
„Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht – vermutlich, weil dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, der nötig ist, um Beruf und Familie zu…
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